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Ackerhellerkraut - Thlaspi arvense und Knoblauchsrauke - Alliaria petiolataEines der Kräuter, die der konventionelle Landwirt am liebsten totspritzt und der Ökobauer am meisten zu bekämpfen hat, ist das Ackerhellerkraut. Es ist hervorragend an die Fruchtfolgen der üblichen Kulturpflanzen angepasst und verbreitet sich durch den kurzen Lebenszyklus auf geradezu wundersame Art und Weise. Uns erscheint es aus zweierlei Gründen auch wunderbar. Aus gutem und aus schlechtem Grund. Der schlechte zuerst: Möchte die Gärtnerin aus irgendeinem Motiv heraus dieses Kraut in Kultur nehmen, wird sie schnell feststellen, daß ihr das selten gut gelingt. Denn ist das Saatgut älter als ein paar Monate, erntet sie für keinen Heller Kraut. Offensichtlich muss das Ackerhellerkraut sofort nach der Ernte ausgesät werden. Das an sich hochvitale Saatgut keimt nur, wenn es jung ist. Wir finden das bedauerlich. Würde sich das Ackerhellerkraut anders verhalten, hätten wir das ganze Jahr über eines unserer Lieblingskräuter zur Verfügung. Es schmeckt sehr angenehm bitter mit Tönen vom Lauch und Senf. Eine Aromenkombination, die es so ähnlich nochmals beim widerspenstigen Lauchhederich gibt. Küche: In einem hervorragenden Restaurant in Berlin bekamen wir eine Kombination serviert, die es in sich hatte: Artischockenboden gefüllt mit kurz sautiertem Ackerhellerkraut - das schien uns so selbstverständlich in der Kombination wie Tomate mit Basilikum oder Gurke mit Dill! Die Knoblauchsrauke, so heißt der Lauchhederich auch, geht in ihrem Aroma noch ein Stück deutlicher in Richtung Knoblauch. Sie bleibt aber immer mild. Auch konnten wir noch nie eine Vereinsamung nach ihrem Genuss feststellen. Vielleicht hat dieser Kreuzblütler ja gleich ein Mittel gegen Mundgerüche in seiner umfangreichen Wirkstoffpalette? Und was die Schwierigkeiten der Inkulturnahme angeht: Vielleicht ist es gut so, daß die wirklich guten Sachen, wie beispielsweise auch deutscher Spargel, nicht immer verfügbar sind und gerade durch ihren saisonalen Charakter das bleiben was sie sind, nämlich Spezialitäten, auf die man sich noch freuen kann. Küche: Als Rohkost in Salaten machen sowohl das Ackerhellerkraut als auch der Lauchhederich eine sehr gute Figur, allerdings wohl dosiert. Jeder Blatt- bzw. Kräutersalat erhält einen wunderbaren Charakter aufgrund der sanften Schärfe und der Bitterstoffe dieser beiden Kräuter. Grundsätzlich empfehlen wir auch die Verarbeitung zu Pasten und Pesto, wobei die Bitterstoffe durch einen hohen Anteil an Nüssen und durch die Verwendung eines mildes Pflanzenöls auszugleichen sind. Erntesaison: |
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