Überkommt den Spaziergänger im Wald der Durst, so weiß er sich oft zu helfen. Von Mai bis Juni stehen ihm die wunderbaren Fichtentriebe zur Verfügung, die sich so im Vorübergehen knabbern lassen. Ihre herrlich frische Säure lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Ebenfalls im Mai und bis in den Oktober hineinkann zum gleichen Zweck der Sauerklee gepflückt werden.
Die dekorativen Blätter haben eine ähnliche Blattoberfläche wie die heutzutage vielzitierte Lotusblume, an der alles Wasser restlos abperlt. Taufrisch wirken sie auf dem Teller, wenn man sie kurz vor dem Servieren kurz mit Wasser besprüht. Essig erzeugt diesen Effekt leider nicht. Die Säure frisst sich ins Blatt und hinterlässt unschöne Flecken.
Bedauerlicherweise enthält der Sauerklee Oxalsäure. Diese ist dem menschlichen Körper nicht zuträglich. Darum sollte der Sauerklee nur sparsam verwendet werden. Aber solche Schätze sollten ohnehin mit Bedacht eingesetzt werden.
Küche: Ein anderer Name des Sauerklees ist Hasenklee, weshalb man auf den Gedanken kommen könnte, das filigranste aller Kräuter mit Kaninchen zu kombinieren. Da einem beim Hasen auch gleich die Möhre einfällt, könnte man sich an einer Kreation aus den Komponenten Kaninchen-Möhre-Sauerklee versuchen. Sauerklee ist schließlich sauer, Möhren sind süß (die Guten) und beide haben etwas mit Hasen zu tun. Oder Sauerklee zu geschmortem Kopfsalat mit Krebsen? Sehr spannend auch für die Patisserie!
Erntesaison: Mai bis Oktober
Olaf Schnelle
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