Das holsteinische Hofgut Manhagen ist neben den Essbare Landschaften-Gärten in Mecklenburg-Vorpommern einer unserer wichtigsten Produktionsstandorte. Es liegt mit eigenem See, Wäldern, Feldern und einem denkmalgeschützten Gebäudebestand aus dem 18. bis 20. Jahrhundert im Naturpark Westensee in der Nähe von Kiel. Es ist in den Augen Holsteiner Naturschützer ein Kleinod und zählt für sie zu den fünf schönsten Orten in ganz Schleswig-Holstein.
Die Manhagener Landwirtschaft.
Unser Ziel war es, auf den seit vielen Jahrzehnten unbewirtschafteten Manhagener Grenzertragsböden eine Landwirtschaft zu etablieren, die ihre Wirtschaftlichkeit nicht aus einer Steigerung der Mengen, sondern aus einer Minderung des technischen und Kapital-Aufwands gewinnt. Plakativ vereinfacht: Wir füttern unsere Tiere kaum, denn Futter suchen und fressen können Sie selber, und sie pflegen und düngen dabei das Grünland gleich mit. Die Stallbaukosten sind minimal, denn die Tiere sind weitgehend draußen mit Unterständen als Wetterschutz. Die Prinzipien werden deutlich, wenn wir Ihnen im folgenden die Betriebszweige und deren heutigen und zukünftigen Beitrag zum Programm der Essbaren Landschaften vorstellen:
Das Pächterhaus - Wohnstätte unserer Landwirte und Anlaufpunkt für Interessierte. In der Saison findet hier unser Hofverkauf statt.
Unsere alten Kartoffelsorten kommen alle von den Manhagener Böden.
Helianthi, eine alte Knollendelikatesse, und die Waldspindel-Topinambur werden dort angebaut und von unseren Angler-Sattelschweinen nachbeweidet.
Geflügel.
Zu den wirklich irren Formen der industriellen Hühnermast (mit Ställen durch die jährlich 800.000 im Labor designte Tiere mit einer Lebens- und Mastdauer von 30 Tagen geschleust werden) wollen wir gar nichts sagen. Auch mit der Mast von Bio-Hühnern (mit 10 bis 11 Wochen Dauer, davon 1/3 im Freigang) halten wir uns nicht auf. Bei uns werden Hühner ganz nebenbei groß: In den vielen Ecken und sonst kaum nutzbaren Nischen unserer Flächen, die für sie mit Baumbewuchs, Sträuchern, Altholzstapeln, Tümpeln ideal sind. Dorthin fahren wir mobile Ställe. Mehr als die Hälfte ihres Futters sollen sie selbst suchen. Das geht nur mit alten Rassen, die langsam wachsen und denen das Futtersuchverhalten nicht weggezüchtet wurde. Bei uns sind das:

Mechelner Hühner.
Eine ursprünglich belgische Rasse, die als „Brüsseler Poularde“ berühmt wurde und derzeit in Frankreich als „Coucou de maline“ wieder Furore macht. Es ist ein sehr fleischbetontes Huhn, bei dem der Hahn 4 kg und die Hennen etwa 3 kg schwer werden. Sie brauchen etwa drei Monate, während derer sie ihrem Bewegungsdrang nachgeben und ein schönes, schmackhaftes, nicht zu trockenes Fleisch entwickeln konnten.

Jersey Giants.
Die Rasse wurde Ende des 19. Jahrhunders in Neuengland aus schweren asiatischen Schlägen gezüchtet; sie ist heute ein Passagier der „Slow Food arc of taste“ in den USA und mit 5.000 verbliebenen Tieren vom Aussterben bedroht. Das Huhn ist völlig ungewöhnlich, denn die Hähne erreichen voll ausgewachsen eine Größe von 60 cm und ein Gewicht von 6 kg. (Hennen: 40 cm Größe, Gewicht ca. 4 kg). Der Riesenwuchs verdankt sich nicht dem Frankenstein- Ehrgeiz, sondern der Wüchsigkeit noch älterer amerikanischer Rassen sowie dem Blut schwerer asiatischer Schläge. Vom Fleisch wird Sagenhaftes berichtet. Die Tiere werden etwa sechs Monate alt.

Manhagener Weidegänse.
Wir brauchen marschfähige Gänse, denn sie sollen sich auf den großflächigen Manhagener Weideflächen ihr Futter selber suchen. Alte Landschläge wie die Fränkische, die Diepholzer, die Pommern- und die Emdener Gänse sind dafür geeignet. Unsere Gänse laufen frei über die Weiden, nähren sich dabei von selbst so gut, daß wir auf eine Endmast verzichten können. ( Zum Vergleich: Biogänse 15 qm/ Tier). Sie haben Zugang zu zwei Bächen, zwei Seen und mehreren Tümpeln. Auch die Bedingungen für eine Naturbrut sind also gegeben. Auch hier wieder keine technische, sondern eine biologische, aus dem Verhalten der Tiere resultierende Automation. Der Fleischqualität kommt das alles natürlich auch zugute. Sie werden es schmecken. Etwa 300 Tiere werden wir auf diese Weise in diesem Jahr in Manhagen großziehen. Sie sollten die beiden Schlachttermine (ca. 10. November und ca. 20. Dezember) unbedingt vormerken.
Manhagen. Fleisch und Milch.
Schafe und Kühe nur aus dem, was die Weiden an Gras und die Wiesen an Heu hergeben. Weder leichter zu gewinnende, aber qualitätsmindernde Silage, noch leistungssteigerndes Kraftfutter werden verfüttert. Eine solche Vollweidemilchwirtschaft nur aus dem Grundfutter ist ganz und gar selten. Und ebenso ungewöhnlich ist die Geschmacksqualität der Milch selbst und der Frischund Schnittkäse, die die hofeigene Käserei daraus produziert - aus dem, was seit jeher den Käse macht: Rohmilch, natürliche Kulturen und Lab. Also ohne jeden Zusatz von Enzymen, Chymosin Präparaten, Lab-Ersatzstoffen und den anderen heutigen „Geht-auch-schneller-Zauberstoffen“ der Milchindustrie.

Alte Rotbunte.
Alte Rotbunte. Die alte Zweinutzenrasse Norddeutschland (genauer Westfalen und Holstein, denn dazwischen, in Niedersachsen, gab es vor allem das schwarzbunte Rind, von Arno Schmidt als „Kühe in Halbtrauer“ bezeichnet). Die Milchqualität exzellent, die Fleischqualität hervorragend, robust, marschfähig ohne Klauenprobleme, bei uns ganzjährig im Freien mit Unterstand. Die wenigen Halter und Züchter dieser alten Rasse haben sich vor kurzem eine eigene Internetseite gegönnt: www.deutsche-rotbunte.de.

The Royal Butter Cow: Das Jersey-Rind.
Irgendwann und irgendwie haben sie sich aus Afrikas Weiten auf die Kanalinsel verirrt und sind von dort aus berühmt, nicht als Spender großer Milchmassen, sondern als Spender der sahnigsten Milch. Zwischen 6 bis 10% Fett hat die Milch der Jerseys, und was unsere Molkerei aus diesem Geschenk macht, das werden sie in Kürze erfahren.
Und für Sie: Ferien auf Manhagen.
Am eigenen See.
Ruhe finden, Schwimmen, Paddeln, Angeln, Radfahren, Wandern, Sauna am See. Ausflüge zur Ost und zur Nordsee. Ein großes Ferienhaus und zwei Ferienwohnungen. Fordern Sie unseren Hausprospekt an.

Das Fischerhaus
Das Englische Landhaus
Waldsauna mit Bootssteg
Kleine Terrasse und Seeplattform
Englisches Landhaus: Eßzimmer
Fischerhaus Wohnung 2: Wohnbereich
