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 Ralf Hiener & Olaf Schnelle

Kolumne - Des Kaisers neue Nudel

Man stelle sich die überraschten Gesichter des geneigten Publikums vor, wenn der örtliche Chinamann mit asiatischem Lächeln verkündet, daß er seine Peking Ente um Ingredienzen wie Blutwurst, Steckrüben und Düsseldorfer Löwensenf bereichert hat.

Für mich hat der als euroasiatische Küche gepriesene "in Nori Algen" Einpackfimmel etwas von Toast Hawai. Jedenfalls führt dieser sojasoßenschwangere Trend, zu einer weinunfreundlichen Küche, es sei den, man bevorzugt die von Herrn Parker propagierten, auf Leichtöl Konsistenz reduzierten Granaten, Hammer und sonstwie Weine. Was in der Welt des Weins einmal als Nonkonformismus gedacht war, weg von den Traditionen, hat zu einem internationalen Einheitsbrei geführt, dessen ranking im Otto-Versandkatalog für Weinsnobs des Herrn Parker nachzulesen ist. Bezeichnenderweise passen auch nur diese auf schnelle Trinkbarkeit getrimmten Brummweine, zu den seltsamen Tandoori und Glasnudelkreationen ratloser Yupiköche.

Für subtile Geschmackserlebnisse bleibt kein Raum.
In der Gastronomieszene Mecklenburg Vorpommerns, zumindestens soweit es die Köche der Mecklenburg-Vorpommerschen Festtafel betrifft, ist ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Passend zu den eher feinen, zurückhaltenden Aromen der einheimischen Fischsorten wie Schnäpel, Maräne wilder Wels (kein Vergleich zu den üblicherweise angebotenen Zuchtwelsfilets), insbesondere auch zu den überall angebotenen Flußkrebsen, werden zunehmend einheimische Wildkräuter eingesetzt. In Kombination mit den feinaromatischen, wenig alkoholstarken Weißweinen deutscher Spitzenwinzer resultieren hieraus Gerichte für den Feinschmecker (im wahrsten Sinn des Wortes). Die "essbaren Landschaften" privilegieren die einheimischen Köche (etwas, was in Mecklenburg-Vorpommern nicht allzuhäufig vorkommt) natürlich erheblich. Wenn wir schon keinen eigenen Wein haben, haben wir wenigsten Fisch und Kräuter.

Lieber Olaf,
lieber Ralf,
auf daß die Blätter Eures Rasenmähers nie stumpf werden und daß Ihr immer schön Wiesenkerbel und Schierling auseinanderhaltet.
Michael Laumen

Küchenchef im HotelRestaurant
"Ich weiß ein haus am see"
Krakow am See/ Mecklenburger Seenplatte

 

Herr Laumen



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