Regionalität – mehr als ein Radius.

Die Regionalität eines Lebensmittels bemisst sich für uns nicht nur nach Entfernungskilometern – denn dann wäre Coca-Cola eine lauenburgische Spezialität, weil die Weltbrause auch in Mölln produziert wird. Wir interessieren uns für eine Regionalität, die auch schmeckbar ist: AOC-Gemüse einerseits, wie es aus den großen Gartenbauregionen Erfurt, Bamberg, dem Bonner Vorgebirge und dem Harzvorland stammt, die alten Sorten andererseits, die immer „terroir“ hatten, weil sie je nach Bodenbeschaffenheit – mager oder fett, Geest oder Marsch – unterschiedliche Wuchsformen und Geschmacksqualitäten bilden. Und wo immer möglich, lassen wir in unseren Vertriebsgebieten anbauen und sorgen damit auch wieder für die zweite, die schlichtere „Regionalität“ – die nach Entfernungskilometern.

Das volle Ausmaß der Globalisierung von Gemüse kann man übrigens in hochmodernen Gewächshäusern bestaunen, in denen die Pflanzen noch nicht einmal mehr mit dem Boden in Kontakt kommen, der ihnen ein Mindestmaß an originellem Geschmack überhaupt geben könnte. Stattdessen hat sich im Anbau „heimatlosen“ Globalgemüses eine im Wortsinne „bodenlose“ Substratkultur („hors-sol“) durchgesetzt, in der die Pflanzen in nährstoffbetropften Steinwollmatten nicht wachsen, sondern fabriziert werden – erdenfern und bodenlos.

Wir engagieren uns oppositionell: mit der Vermehrung, dem Anbau und der Veredelung von alten, immer „samenechten“ Gemüsesorten, die nicht nur Wind und Wetter, sondern auch einer energieärmeren Zukunft standhalten und darüber hinaus wirklich bereichern: mit Geschmack und jener aus Boden und Klima erwachsenden „Eigentümlichkeit“, die die Franzosen „terroir“ nennen.

Landwirtschaft auf Gut Manhagen: Alte Sorten in der holsteinischen Geest unter freiem Himmel.

Landwirtschaft unterm Foliendach: F1-Hybride auf Steinwollmatten.