SANDDORN: Norddeutscher Charakter mit inneren Werten.

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Die reife Sanddornbeere zählt zu den gesündesten heimischen Wildobstarten.

Ein Großteil der Sanddornprodukte, die heute an Nord- und Ostsee als typisch norddeutsch verkauft werden, dürfte mit Blick auf den Rohstoff Sanddorn aus China stammen. Nicht so der Sanddorn, der von Christine Berger in der Region Potsdam-Mittelmark angebaut wird in einer der sonnenreichsten Gegenden Deutschlands.

Dort haben Anbau und Verarbeitung des Sanddorn eine auf DDR-Zeiten zurückgehende Tradition. In Zeiten der Mangelwirtschaft waren Südfrüchte als natürliche Vitamin-C-Quellen rar. An ihre Stelle trat der Sanddorn, was der kleinen Beere die liebevollen Beinamen „nordische Zitrone“ und „Orange des Nordens“ eintrug. Neben Vitamin C spendet die Sanddornbeere eine ganze Fülle an Vitaminen und Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen, antibiotisch wirkenden Ölen und essentiellen Fettsäuren. Der Überlieferung nach soll übrigens bereits Dschingis Kahn die positive gesundheitliche Wirkung der Wildfrucht geschätzt haben. Auf seinen Eroberungszügen stärkte Sanddornöl (wie der ominöse Zaubertrank gewisser Gallier) die Widerstandskraft seiner Horden. Der stachelige Busch zeigt, obgleich ursprünglich aus Nepal stammend, einen norddeutschen Charakter – herb und rauem Klima gegenüber unempfindlich.

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Ernte der reifen Sanddornbeere.

Karge Böden sind sein Wurzelgrund. Wir haben uns für die biologisch erzeugten Produkte von Sandokan entscheiden: getrocknete Beeren, Fruchtaufstrich mit mindestens 41 % Fruchtanteil und 100 %igen Direktsaft.

Von Anfang August an bringt die bevorzugt auf kalkhaltigen Sand- und Kiesböden wachsende Pflanze die 6 bis 8 Millimeter langen, orangeroten bis gelben Früchte hervor. Geerntet wird je nach Sorte zwischen Ende August und Mitte September. Dabei ist es ganz entscheidend, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Denn in überreifen Früchten kommt es zu einer Buttersäuregärung, die die Beeren ungenießbar macht. Die Sanddorn-Ernte ist immer noch harte, körperliche Arbeit. Denn im Unterschied zu anderen Kulturen können die dornengeschützten Beeren nicht maschinell abgeschüttelt werden. Sie sitzen viel zu fest. Die geernteten und verarbeiteten Früchte erfreuen sich übrigens wachsender Beliebtheit. Das liegt nicht am Geschmack allein, sondern auch daran, daß Sanddorn zu den wenigen pflanzlichen Nahrungsmittel zählt, die Vitamin B12 enthalten, das sonst fast nur in tierischen Produkten enthalten ist. Somit dient Sanddorn als wichtige B12-Quelle für Veganer, die oft einen Mangel gerade an diesem Vitamin haben.





Bild Die Welt des Sanddorns im Hofladen von Christine Berger.

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